Nenia
Niemals zählte ich die Tränen vergossen in meiner Dunkelheit – Seen süchtiger Sehnsucht Denn ein Meer von Leere verschlingt jeden einsamen Schrei Die Flamme der Erinnerung brennt in meiner Seele, doch begräbt sich Licht unter schwerer Nacht Uferlos treibe ich in Einsamkeit jener Schmach, die ich mir nie Verzeih Ihr Anblick selbst schuf schönster Engel Stärke Nun raubt ihr Zauberbild unweigerlich mein Licht Oh gnadenloser Zauberraub, Du bettest mich in Sinnesnacht In tiefgeborg´ne Traurigkeit und diese Schmerzen kannt´ ich nicht Langsam versinke ich in dichtem Nebelschleier und begrüße meine Angst Der lichte Mondenschein verliert sich in mir – Tot ist meine bleiche Weltlichkeit Im Angesicht meines Schicksals erscheint der Himmel neiderfüllt, unerfüllt vor ihrem prächtigen Glanz Ich bin entbrannt und doch gelöscht von gleicher Flamme einer bitteren Unersättlichkeit Vorm ihrem Anblick zerfließt mein Selbst in tausend Träume Jetzt falle ich zu ihr durch die Vergangenheit Als Engel ohne Flügelschlag, bin ich verdammt, mir gleicht die Winternacht Die toten Tage meiner Einsamkeit bespiegeln mein Leid Gekrallt an diesen Sündenschleier Entfliehe ich dem trüben Sternenschein – Doch sieh! Von Todeshand gebannter Fluch preist längst vergessenes Sinneslicht Wie am allerersten Tag zu sein... Umarme mich! Denn wir sind eins jetzt seit so langer Zeit Frühling schuf uns wahren Liebesbund Und gemeinsam sind wir gottgeweiht Wir waren Gott geweiht in diesem Augenblick, in diesem Leben aus Traurigkeit Meine Augen brechen Bilder aus Erinnerung Die mir als Letztes übrig bleibt...